4. Juni 2019Comments are off for this post.

Drei Fragen an: Brigitta Heidtmann

Was war deine Motivation, Mentorin zu werden?

Ich interessiere mich für Künstlerinnen und Künstler, die heute in ihren Beruf starten. Ich vergleiche es mit meiner eigenen Biografie und frage mich: Gibt es ähnliche Themen, was hat sich verändert und wie kann ich meine eigenen langjährigen Erfahrungen vermitteln? Wie entwickelt sich eine Kommunikation über künstlerische Standpunkte und wie spiegelt sich die gesellschaftliche Entwicklung in der jeweiligen Art, Kunst zu machen? Darüber hinaus ermöglicht mir das Programm die Bedingungen des Kunstschaffens zu beleuchten, die jeweils andere Position kennenzulernen und im besten Fall beim Start behilflich zu sein.

Was möchtest du mit deinem Mentee in erster Linie teilen?

Die Begegnung und der Austausch über den Prozess der künstlerischen Arbeit und über das jeweils eigene Kunstverständnis sind sicherlich ein wichtiger Ausgangspunkt. Daneben sollte das kooperierende Denken im Netzwerk zum Thema gemacht werden - Einblicke in die Bedingungen der Ausstellungstätigkeit, der Förderpraxis, in kulturpolitische Arbeit und Verbandstätigkeit, künstlerische Zusammenschlüsse und Selbstorganisation können gegeben werden. Ich denke aber, dass die Schwerpunkte sich von selbst entwickeln werden.

Worauf kommt es deiner Meinung nach beim Künstlerberuf an?

Offenheit. Bereit sein, neue Impulse aufzunehmen und neue Zusammenhänge zu entdecken, um diese in die eigene Arbeit zu integrieren. Beharrlichkeit, die eigene künstlerische Sprache weiterzuentwickeln, auch über kurzfristige „Moden“ hinweg: „dran bleiben“. Den Spagat zwischen künstlerischer Arbeit auf der einen und Kontaktpflege, Ausstellungstätigkeit und Geldverdienen auf der anderen Seite aushalten, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Austausch mit KollegInnen und das Verständnis für andere Positionen pflegen. Kunst und Leben sind nicht zu trennen. Kunst ist eine geistige Auseinandersetzung, die nicht „marktgerecht“ gedacht werden kann. Einerseits. Andererseits sollte man auf die Bezeichnung „Beruf KünstlerIn“ bestehen, um im Hinblick auf die Rahmenbedingungen wie: Bezahlung/ Honorar/ Lebensunterhalt/ Rente in seinem Tun ernst genommen zu werden und den

18. April 2019Comments are off for this post.

Kick Off!

Anfang April fand der offizielle Start des Programms Kunstmentorat NRW statt. Bis auf Ruppe Koselleck, der an diesem Tag eine lange und aufwendige Performance in Mülheim/Ruhr durchführte, waren alle siebzehn Mentor*innen aus dem Niederrhein, dem Ruhrgebiet, dem Münsterland, der Rheinschiene und aus Ostwestfalen-Lippe nach Bochum angereist – ein guter, geographischer Mittelpunkt im Lande. Wenige Wochen vor dem Beginn der Bewerbungsphase für das Mentorat NRW, kann dieses erste große Zusammentreffen eine gute Gelegenheit für alle Beteiligten sein, um sich kennenzulernen und auszutauschen.

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5. Februar 2019Comments are off for this post.

Drei Fragen an: Gerd Borkelmann

Foto: Annegret Gossens

Was war deine Motivation, Mentor zu werden?

Die Idee einer zeitlich begrenzten, professionellen Partnerschaft zwischen einem Mentor und einem Mentee haben mich gleich zu Anfang fasziniert. Ich bin gespannt darauf, wie sich berufliche Erfahrungen und künstlerische Perspektiven in einer annähernd eineinhalbjährigen Arbeitsphase teilen und vermitteln lassen.

Was möchtest du mit deinem Mentee in erster Linie teilen?

Wichtig ist mir, dass man sich gegenseitig aufeinander einlässt und sich auf Augenhöhe begegnet. Wissen und berufliche Erfahrungen, künstlerische Ideen und Intentionen sollten quasi in beide Richtungen produktiv vermittelt werden. Nur so können die Reflexion und Analyse der jeweils eigenen künstlerischen Position erfolgen. 

Worauf kommt es deiner Meinung nach beim Künstlerberuf an?

Die bildende Kunst ist kein Beruf wie jeder andere. Neben der wichtigen Entwicklung und Begründung einer eigenen künstlerischen Position und der weiterführenden Auseinandersetzung mit seiner künstlerischen Praxis, gilt es ebenso die wirtschaftliche Sicherung der Existenz zu gewährleisten. Dem künstlerischen Werk dabei angemessene Aufmerksamkeit zu verschaffen, bleibt in vielfacher Hinsicht eine stetige Herausforderung. Kommunikativer Austausch, die Bildung von Netzwerken, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen, eigenverantwortliches Arbeiten und Risikobereitschaft sind dabei ebenso gefragt, wie es andererseits gilt, das künstlerische Wirken immer wieder neu zu definieren und vertiefend auszuloten.  

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